Touren der besonderen Art, mit dem StreetKa Roadster erfahren.

Donnerstag, September 07, 2006

Lat, Long und das Web 2.0

Vorsicht, heute wird es computertechnisch.

Die Schweiz ist eng, überbaut und durchtunnelt. Alles Dinge, welche ein SIRF II GPS Navi ohne Odometer-Kopplung ganz und gar nicht mag. Es kommt dann furchtbar durcheinander und fängt an wie wild in Nachbarstrassen umherzuspringen. Wenn es gar nicht mehr weiter weiss sagt es am Display lapidar "Bestimme aktuelle Position".

Das Schöne an meinem im A780 integrierten GPS mit altertümlichen SIRF II ist nun, dass bei jeder Verwirrung, Routenabweichung (absichtlich oder weil es virtuell durcheinander gekommen ist) oder anderer Inkontinenz einen Logeintrag schreibt, fein sauber versehen mit Koordinaten und Zeitstempel. Für jeden Monat eines Jahres gibt es eine Logdatei.

Noch schöner wird es dann, wenn man diese Dateien recht einfach auslesen kann. Mit zwei Grundformeln aus der Sphärischen Trigonometrie bekommt man leicht Richtungsvektoren etc. aus den Daten gerechnet. Das ganze in eine XML-Struktur namens Keyhole Markup Language (KML) verpackt, und fertig ist der Fly-over der vergangen Tour in Google Earth.

Kleines Beispiel gefällig? Da wäre die Aufnahme vom Streety-Treffen letztes Wochenende im Spessart. Draufklicken, im Google Earth Programm laden, auf den "Play"-Knopf drücken, zurücklehnen und geniessen. Nicht immer ganz perfekt von der Positionerung der Kamera und von dem reichlich excellenten Wein am Abend in Karlstadt bekommt man so nix mit, aber immerhin. :-)

Wie praktisch es also sein kann wenn ein Gerät nicht ganz so perfekt ist und dieses in enger, unübersichtlicher und durchtunnelter Umgebung abgespielt wird. Es entstehen wunderschön durch virtuelle Landschaften reminiszierende Routenprotokolle. Und noch besser: ich hab den Konverter gleich erweitert, dass er meine Routenplanungs-dateien ebenfalls in Vorfreude-Flyovers konvertiert.

Noch etwas Zeit zum aufpolieren und ich stelle das Programm zum Download. In der Zwischenzeit, falls der geneigte Leser ebenfalls solche Dateien hat in denen kryptische Long/Lat Werte in Listen auftauchen, kann sie/er mir gerne ein Beispiel mit Angaben zum Gerät oder Programm schicken. Mal gucken was sich da machen lässt :-)

Und noch eines in diesem Zusammenhang: In Flickr (siehe Link "StreetKa Fotopool und -Diskussion" oben rechts) kann man nicht nur Fotos hinterlegen und diese für Feedback freischalten. Neuerdings lassen sich die Bilder dort auch "Geo-Taggen". Am geo-tagged Foto erscheint dann eine "Map"-Link. Oder man kann einfach an derKarte eine Region öffnen und schauen, was es dort schon so für Foto hat. Sehr lustig an sich und sehr schön wenn man vor hat wohin zu gehen und bereits einen schrägen Blick voraus riskieren kann.

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Montag, Juli 24, 2006

Ich Navi

Ich bin nun "engadget". Endlich. Mit diesem gemeinhin als unglaublich unerlässlich tituliertem elektronischen Helferlein bestückt. Niemals wieder sich mit der geographischen Situationsplanung beschäftigen. Keine Routenmerkmale einprägen, Städtenamenlisten studieren. Ich gebe mein Ziel ein und werde geführt.

Selbstaufgabe?

Nachdem ich ein (too) long-term Engagement beeendete, steigt die Chance, mit dem Streety vermehrt bislang unentdecktes Land zu erfahren. Um Konzentration und Nerven zu schonen soll dieses Helferlein dienen, bei der Routenwahl zu assistieren.

Standalone-Geräte a la TomTom etc. erschienen mir im Preis-Leistungs-Verhältnis nie angemessen, auch Jahre nach ihrer Einführung nicht. Eine Smartphone-Lösung scheiterte am fehlenden Smartphone. Das Produkt meiner Wahl: Motorola A780. Telefon und Navigation inkl. GPS-Empfänger alles in einem. Software: ALK CoPilot. In Verbindung mit einer Vertragsverlängerung beim Telefonieanbieter eine bezahlbare Lösung.

Fazit: Das Telefon ist ok. Der Bluetooth-Stack scheint etwas wackelig, was man aber bei einem Gerät auf Linux-Basis auch heute noch erwarten muss. Die integrierte Kamera taugt nicht viel, man sieht ein paar Bilder davon ab und zu auf meinen Flickr Seiten.

Die Anbringung im StreetKa ist noch tricky, weil es viele abgerundete und gewölbte Flächen gibt, nicht gerade praktisch für eine Saugnapfhalterung. An der Windschutzscheibe möchte ich das Gerät nicht haben, weil es zu viel von der Sicht nimmt, ein Nachteil der durch die zwingend offene Klappe am Telefon entsteht.

Zuerst fand ich eine Lösung, indem ich den Arm mit einem Plastikteller am hinteren Schliessfach befestigte. Man hört die Anweisungen gut und guckt nur ab und zu für die Orientierung seitlich auf den Bildschirm. Die Positionierung garantiert zudem einen optimalen GPS-Empfang.

Mit den neuen Sitzen bin jedoch ich ein ganzes Stück nach vorne gerutscht, es war nur noch eine rein aktustische Kommunikation möglich. Leider ist Computer-Susi nicht ganz so einwandfrei in ihren Anweisungen wie eswünschenswert wäre. Die typische Mann-Frau-Diskommunikation wahrscheinlich.

Mein Lieblings-Platz ist derzeit die metallene Fläche an der Beifahrertür oberhalb des Griffs. Guter Einblick auf das Display, Verständigung noch ok. Nur die obere Strebe der Windschutzscheibe scheint sich unter schlechten Empfangsbedingungen (enge Alpentäler) zusätzlich negativ auf den GPS Empfang auszuwirken.

Verändert das Navi das Fahrverhalten?
Wenn man einfach nur an einen bestimmten Ort will: sicherlich. Für den Berufsverkehr in unbekanntes Gebiet ist es tatsächlich eine grosse Erleichterung, nicht permanent auf der Suche nach passenden Wegweisern zu sein und diese in Einklang mit der ständig umher und unter den Sitz rutschenden Karte zu bringen. Man kann statt dessen mal einen entspannten Blick rechts oder links wagen und etwas von der Umgebung wahrnehmen.

Eine Umgebung, die man aber nicht mehr kennt, weil der Weg zum Ziel unwichtig geworden ist. "Der Weg ist das Ziel" gilt nicht mehr. Entsprechend taugt das Navi für die Freizeit wenig. Einem Computer, dessen einzige Bestimmung in der Optimierung der täglichen Prozesse liegt, beizubringen, dass er einmal nicht optimieren soll, bedarf schon einiger Vorarbeit zu Hause am PC. Zeit, die man sich besser spart, weil man doch, trotz engmaschig vorgegebener Waypoints in's Glück, Susi's permanentes "Wenn möglich, bitte wenden" nicht mehr hören mag.

Ich will nicht wenden, das habe ich schon gesehen.

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Dienstag, Juni 13, 2006

Fun is along a straight line

Wie entsteht eine StreetKa Tour Strecke? Es gibt zwei Ansätze und eine Mischform aus beiden.

Der erste Ansatz ist primitiv: Man denkt sich irgendeine Richtung aus und fährt los. Man fährt anderen Leuten hinterher die so aussehen als würden sie wissen wo sie hinwollen. Man sieht interessante Schilder und folgt ihnen, oder eben gerade nicht.
Auf diese Art sind viele Routen entstanden die ich gefahren bin um nicht doof im Stau zu stehen. Vor allem in der Region rund um Baden, z.B. ab der Limmat die Hertensteinstrasse rauf und dann ab über's Land zur 17, dann via Watt und Katzenrüti über Seebach nach Zürich rein.
Vorteil dieser Variante: kaum Zeitaufwand und fast immer überraschend.
Nachteil: kann auch schief gehen.

Der zweite Ansatz ist geplant mit Unterstützung von Karten-Tools. In der Schweiz ist das TwixRoute zurecht populär, die Online-Version von map24.ch tut es jedoch genauso gut.
Man plant seine Route, Start- und Zielpunkt, wählt aber für einmal die "Kürzeste Route berechnen". Evtl. in Verbindung mit der "keine Autobahn benutzen" Option. Schon mal gemacht? Ist echt lustig! Was dabei herauskommt ist eine relativ gerade Verbindung zwischen den Orten. Relativ in der Hinsicht, dass die gewählten Strassen oft recht klein und kurvig sind und an Orte führen, an denen man bisher noch nicht war. Wie praktisch.
Dabei sollte man aber einen kleinen Parameter nicht ausser Acht lassen: die kalkulierte Zeitdauer der Strecke. Oft ist es erschreckend, wie lang so eine fast gerade Linie in der vierten Dimension werden kann.
Das Mittel um diesem entgegen zu steuern nennt sich "Via-Punkte".
Man zieht dieses geniale Google Earth hinzu um sich einen Eindruck von der Geographie zu verschaffen. Je bergiger desto besser, logisch oder? Man erkennt Mermale und Orte entlang der Route nach denen sich im Internet recherchieren lässt. Mit Via Punkten werden ganz üble Passage ausgebügelt und interessant Orte nicht allzuweit Abseits der Route einbezogen.
Mit dieser Methode entdeckte ich diese tolle "Outrun" Strecke im Süd-Schwarzwald und eine von Zürich nach München. Ich glaube die muss ich die Tage mal beschreiben.
Vorteil: man weiss auf was man sich einlässt, auch zeitlich.
Nachteil: mitunter sehr zeitintensiv in der Planung.

Was ist nun die Mischung von beiden? Nun, nicht immer schafft man es auf der geplanten Strecke zu bleiben: verpasste Abzweigungen oder gesperrte Strassen. Dann fährt man ungefähr da lang wohin die ursprüngliche Route liegen könnte und folgt Leuten die so aussehen als ob sie wüssten...
Auf die Art sind zum Beispiel ein paar Passagen der kommenden StreetKa Schweiz Tour-Woche entstanden. Mehr wird heir jetzt nicht verraten, bei Gelegenheit dann ;-)

PS: Der Super-Geheimtip für die genialsten StreetKa Touren: Sich in einer Pension einnisten welche sich als Biker-freundlich ausgibt. Die haben meist sehr interessante Touren-Mappen parat liegen. Und Biker lieben kurvige Landstrassen genau wie StreetKa Fahrerinnen und -fahrer. So entstand die Tour in den Vogesen über die Route du Crete und Elsässische Weinstrasse.

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